
Auf jeden Fall lesenswert! - Wieder spielt Lukianenko gekonnt mit einer Vielzahl von Theorien, Welten und Weltentwürfen, die vielerlei geschichtliche und philosophische Gedanken beinhalten und interessante Gedankenkonstrukte anstoßen. Was beeinflusst den Lauf der Geschichte? Wie hätte sich die Menschheit entwickelt, hätte nur ein einziger bedeutender Autor eines seiner Werke nicht verfasst? Wohin wären Religion und Forschung gegangen, wenn sich nur ein kleiner Unterschied aufgetan hätte in der Welt, wie wir sie kennen? Eingebettet sind all diese Gedankenspielereien in Kirills Odyssee durch die zahlreichen Parallelwelten, die er auf seiner Flucht bereist. Der Ton ist nach wie vor selbstironisch, aber insgesamt ist der Roman nicht mehr so witzig wie sein Vorgänger - und wirkt leider auch weniger gut durchdacht und dadurch weniger unterhaltsam. Die Handlung geht recht schleppend voran, denn zu Beginn sind Kirills Fluchten sozusagen Stippvisiten in andere Welten, die kaum relevant sind und vor allem sehr kurz. Erst der Besuch in der theokratisch geprägten Welt Feste bringt das Buch endlich voran. Actionreiche und spannende Momente, die den Leser im ersten Teil Seite um Seite atemlos umblättern ließen, sind hier aber viel rarer gesät. Am Ende wird die Handlung sogar etwas wirr, und vor allem gibt es weder Antworten auf die Fragen, die man während der Lektüre angesammelt hat, noch eine angemessene Auflösung, denn die Erklärung des ganzen ist eigentlich keine und damit sehr unbefriedigend. Zwar liest sich Weltenträumer aufgrund von Lukianenkos angenehmem Schreibstil doch flüssig und zügig, aber man ist nicht mehr so begeistert, ist nicht mehr so angetan von der ganzen Idee, als hätte der Autor sein Pulver nur allzu früh verschossen im ersten Teil der Dilogie. Dort war ja bereits die Ausgangskonstellation, in der Kirill aus seinem alten Leben geworfen wird, extrem reizvoll. Um die Geschichte um den sympathischen Kirill Maximov zu Ende zu bringen, sollte man dieses zweite Buch auf jeden Fall lesen - Fans des russischen Autors werden sicherlich auf ihre Kosten kommen - doch so gelungen wie Teil eins ist dieser Band leider nicht. Er hinterlässt zwar einige Denkanstöße, aber doch einen schalen Beigeschmack. Zusammengenommen ist die Dilogie aber auf jeden Fall lesenswert!
Guter Nachfolger, aber schwächer als WELTENGÄNGER - Der Weltenträumer knüpft nahtlos an den ersten Roman an.Nachdem Kirill im ersten Teil die Hebamme der Funktionalen umgebracht hat ist er nun auf der Flucht, gejagt von den Sicherheitskräten Arkans. Er hat einen Größtteil seiner Funktionalsfähigkeiten eingebüßt. Nun versucht er zu überleben und die Funktionale zu vernichten, oder sie in normale Menschen umzuwandeln oder zumindest die Erde für sie zu blockieren.Wie im ersten Buch werden hier neue Parralelwelten aufgezeigt und erzählt, mal eine Steinwüste, mal der Traum einer Art Vatikan-Welt usw.Dieses Buch zielt mehr auf Action ab, kleine Verfolgungsjagd im Zug, wilde Schießereien. Die wirken leider nur manchmal wie ein Rambo-Filmchen in denen böse Arkan-Soldaten unbekümmert auf alles und jeden schießen, und Kirill allein alle niedermäht.Auch zieht sich Kirill nur zu oft aus der Affäre, wenn die Situation wirklich ausweglos scheint. Dann auf einmal, schnuppdiwupp kehren seine Funktionalsfähigkeiten in voller Blüte zurück.Auch bleibt hier der Hass auf Funktionale unbefriedigend beantwortet, da fast alle Funktionale ja ohne Zustimmung in diese Position gedrängt worden sind. Sicher, Kirill will vor allem gegen die Zentrale vorgehen und somit geht der Autor geschickt einer Generalverurteilung aus dem Weg. Doch ist der Konflikt eher zu schwarz-weiß gehalten, alle Facetten beleuchtet und ein differenziertes Bild geschaffen wird nicht, Gut-Böse-Fronten sind zu klar voneinander abgetrennt.Spannend zu lesen ist das Buch in jedem Fall, nur leider ohne wirklichen Tiefgang. Aber glücklicherweise auch ohne den übertrieben klebrigen russischen Nationalpathos, platten Anti-Amerikanismus und eindimensionaler Europakritik, die in Lukianekos vorigen Romanen immer mehr störenden Einklang fanden.
Laues Ende einer spannenden Story ... - Nach dem tollen ersten Band Weltengänger habe ich schon sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet. Die Geschichte fängt an, wo sie im Vorgänger endete: Kirill ist auf der Flucht und findet unerwartet Hilfe bei seinem treulosen Freund Kotja. Gemeinsam wollen sie es mit den Funktionalen aufnehmen, weshalb Kirill versucht, deren wirkliche Heimat zu finden.Auf seinem Weg durch die unterschiedlichen Welten trifft er einige spannende Charaktere und die verschiedenen Gesellschaftsformen lassen einen beim Lesen oft herzhaft lachen oder fasziniert weiterlesen. Schon mal was von Kampf-Yorkshire-Terriern gehört? Mit philosophischen Gedanken und immer wieder Verweisen auf bekannte Bücher schafft Lukianenko es auch in diesem Buch Lesevergnügen zu bereiten.Gespannt wartet man auf das spektakuläre Ende...... welches nicht kommt.Lau und überraschend leidenschaftslos beendet der Autor die Geschichte um Kirill Maximov, dabei ging es so gut los. Nach der ganzen Aufregung erwartet man einfach etwas mehr... Lesenswert ist das Buch trotzdem, einfach weil Lukianenko eine schöne Art zu erzählen hat und auch die ganze Zeit über Spannung aufbaut. Nur der Schluss enttäuscht, was leider Auswirkungen auf das gesamte Werk hat.Schade.
Von Welt zu Welt wie ehemals Gulliver - Weltenträumer von Sergej LukianenkoWeltenträumer schließt in der Handlung unmittelbar an Weltengänger an. Nur wenige Stunden sind vergangen seitdem Kirill ziemlich abrupt und drastisch seine Tätigkeit als Zöllner-Funktional niedergelegt hat. Eine Tätigkeit, die er erst seit wenigen Wochen innehatte und die ihm mehr als überraschend ereilte. (Siehe Vorgängerroman). Nun ist Kirill auf der Flucht, die anderen Funktionale jagen ihn, denn er könnte ihre wohlgeordneten Weltensysteme in Unordnung bringen. Aber Kirill ist nicht nur ziellos auf der Flucht, er will die Ursprungswelt der Funktionalen finden und Verbündete in einen eventuellen Kampf gegen diese.So gelangt Kirill von Welt zu Welt, so ähnlich wie Gulliver, der oft genug zitiert wird. Die Suche ist spannend, leider konnte mich das Ende nicht so recht überzeugen.
Ebenso spannende wie anspruchsvolle Unterhaltung - Das Buch beginnt unspektakulär mit weiteren Reisen des Protagonisten durch Paralellwelten welche die Geschichte -scheinbar- nicht weiter bringen. Dann gibt es noch a bisserl Action und Dramatik und... das Buch hebt ab!!!Klar ist das Belletristik aber was für welche! Das ist Philosophie pur, gepaart mit Witz und Spannung.Klar..., Fortsetzungen sind immer möglich. Notwendig wäre in diesem Fall freilich keine da die Geschichte zu einem schönen, irgendwie auch traurigem Finale findet. Eines das mich das Buch begeistert zur Seite legen lies mit der Lust gleich nochmal mit Band1 (Weltengänger)zu beginnen.