
Tolle Figuren, durchwachsene Handlung - Über Kriegsklingen bin ich eher zufällig gestolpert, Joe Abercrombies ungewöhnliche Figuren haben mich aber sofort in ihren Bann gezogen.Der Nordmann Logen Neunfinger, ehemaliger berüchtigter Krieger und nun einer der letzten Widersacher des selbsternannten Königs Bethod, wird von seinen Gefährten getrennt und in die Dienste des Zauberers Bayaz genommen. Unterdessen ermittelt in der fernen Hauptstadt Adua der durch jahrelange Folter in der gurkhisischen Kriegsgefangenschaft verkrüppelte und völlig verbitterte Inquisitor Sand dan Glokta in einer Intrige gegen die Tuchhändlergilde. Zur selben Zeit bereitet sich der schnöselige Jezal dan Luthar auf das jährliche Fechtturnier vor, dessem Sieger ewiger Ruhm winkt - wenn da nur nicht Ardee West wäre, die Schwester seines Majors, die ihm mit ihrer selbstbewussten Art den Kopf verdreht. Und über allem steht Bayaz, der Erste der Magi, der geheime Pläne um alle schmiedet und das Wohl der gesamten Welt im Sinne hat...Die Geschichte springt gekonnt zwischen mehreren Handlungssträngen hin und her, ohne dass der Leser im Personenreichtum den Überblick verliert oder dass die Handlung zerfasert. Dabei zeichnet Abercrombie jede einzelne der zahllosen Figuren mit einem Blick fürs Detail, wie er in der Sparte Fantasy nur höchst selten anzutreffen ist. Nicht nur die Hauptpersonen kommen menschlich und nachvollziehbar daher, sondern auch eher unwichtige Nebenpersonen wie etwa der versoffene Lord Schatzmeister Hoff oder die soziopathischen und sadistischen Praktikale der Inquisition. Alle Figuren handeln nach ihrem eigenen Kopf, so dass sich erstaunliche Verwicklungen ergeben.Brutal ehrlich nimmt der Erzähler seine Figuren auseinander, enttarnt sie in bissigen Kommentaren als selbstsüchtig, eingebildet, heuchlerisch und dumm. Die Sprache bewegt sich mit alltäglichen Kraftausdrücken und Verkürzungen auf fast umgangssprachlichem Niveau, ein Erzählstil, der der Vermenschlichung der Figuren angepasst ist, mit dem sich Abercrombie aber zweifelsohne nicht nur Freunde machen wird. Die Übersetzung erscheint durchwachsen, wartet sie doch mit übermäßig vielen im englischen passenden, im deutschen aber seltsam klingenden, Satzverkürzungen auf.So einfallsreich Figuren und Erzählweise auch sind, die Haupthandlung scheint es nach der Lektüre dieses ersten von - Sie haben es erraten - drei Bänden leider nicht zu sein. Wie gewöhnlich erwartet den Leser im ersten Band der Zusammenschluss einer bunten Truppe, die sich im zweiten Band dann auf die Suche nach einer Prophezeiung macht, um im dritten Band ... na, Sie wissen schon.Dennoch: Die Geschichte macht großen Spaß und ist intelligent konstruiert. Das ist weit mehr als man vom Großteil der heutigen Fantasy behaupten kann.
Falsche Übersetzung vielleicht? - Unbedingt 20 Seiten Probe lesen. Am besten Finger direkt davon lassen. Selbst ein Stern ist zu viel für dieses Buch.Ich suche noch immer den Grund für einen soch schlechten Schreibstil. Umganssprachlich ist noch nett ausgedrückt und die Handlungen in der Story einfach nur lächerlich. Ein Beispiel: Logan hängt mit nur einer Hand baumelnd an einem Felsvorsprung eines Berges. >Wie er so über sein Leben nachdachte blickte er an sich herab und entdeckte sein Messer. Er war entzückt es dort zu sehen.< Der Barbarenkrieger, der grad am abnippeln ist, weiß nicht das er ein Messer hat und ist entzückt...? LÄCHERLICH! Das Buch ist bis zur Seite 60 absolut peinlich und verwirrend. Ich bin erstaunt über die vielen guten Bewertungen. Anscheinend habe ich einen Fake in der Buchhandlung erwischt!? Ich habe das Buch zwar geschenkt bekommen, konnte es aber dennoch aufgrund meiner Proteste umtauschen. Danke nochmal der netten Buchhändlerin an dieser Stelle.
Völlig unspannend - Ich habe mir dieses Buch geholt, weil ich dachte 50 positive Rezensionen können nicht lügen, und wurde bitte enttäuscht.Ich habe mich nach einer zugegebenermaßen anfänglichen Euphorie, durch die knapp 800 Seiten durchgelesen und fand bis auf die ersten und letzten 20 Seiten das Buch total langweilig.Keine der 3 erzählten Geschichten, die zum Ende hin zusammenlaufen, hat mich wirklich interessiert, einzig die Beschreibungen von Logan, dem Barbaren, der zum ersten Mal eine große Stadt sieht haben mich etwas zum schmunzeln gebracht, aber ansonsten blieb das ganze Buch ehr flach und ich kann mich wirklich nicht dazu aufraffen das 2. Band zu lesen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass diese langatmig dahingezogene Geschichte noch einen spannenderen Erzählton annehmen kann.
Ein Muss für Freunde klassischer Fantasie - Wow, was für eine Triologie. Gehört für mich in der klassischen Fantasie zu den absoluten Highligts, schwer zu toppen. Eine Kombination von der schonungslosen, dreckigen Wahrheit von dem Lied von Eis und Feuer und dem selbstironischen Touch von Bartiomäus. Freunde von Autoren wie Terry Goodkind oder Georg R.R. Martin werden es lieben. Unser Autor läßt sich sehr viel Zeit. Geradezu gemütlich bewegen wir uns durch den ersten Band und stellen irgendwann fest, dass eigentlich nicht viel passiert ist. Und das liest sich verblüffend nett! Ohne die Nägel abzukauen, aber mit stetigen Interesse verfolgen wir die Aufstellung und Charakterisierung der Figuren. Der zweite Band nimmt deutlch Fahrt auf und im Dritten wird es der Zerstörungsorgie schon fast zuviel. Nichts für zarte Gemüter, man erfährt viel über Folter, Zweikampf und Krieg. Es gibt Hauptfiguren, klar. Und die haben alle auch Schwächen (soger sehr menschliche..). Allerdings fällt es schwer, wirkliche Helden auszumachen. Gerade das macht allerdings den Reiz aus. Da ist z.B. der älteste und erste der Magier. Ein Geschöpf unendlicher Weisheit. Und gleichzeitig ein zynischer, menschenverachtender Marionettenspieler. Oder der Held, Logen Neunfinger, unbesiegbar in der Schlacht, der einsam versucht sein Leben zu leben und ein guter Mensch zu sein. Und zum gewissenlosen Killer mutieren kann. Diese Vielschichtigkeit haftet allen Figuren an, wodurch ich am Ende ins Grübeln kam, wer den nun eigentlich die Guten waren. Die Antwort gibt das Buch nicht. Aber wer ist denn auch nur gut oder böse? Logen würde sagen: Da muss man realistisch sein...
derb etwas Zynismus, aber nicht schlecht - Vielleicht nicht gerade das passende Buch für Leute die Zynismus oder derbe Sprache mögen, aber für den dem es gefällt sicher ein Leckerbissen. Die Charaktere treten durchaus klar hervor, teilweise sogar mit Liebe zum Detail. Dies lässt meiner Meinung nach aber die Story etwas im Hintergrund, aber wer den Schreibstil eben mag, ist hier gut aufgehoben. Der Anfang ist ein langer und es dauert dann doch bis wirkliche SPannungshöhepunkte einsetzten. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Schwung gewünscht, dennoch vier Sterne, ein gutes Buch.Dìonàrah - Das Geheimnis der Kelten: Band 1